Mittwoch, 24 Oktober 2012 05:10

Hühnerstall in Neurhede darf gebaut werden

Gegner prüfen rechtliche Schritte Ein Landwirt in Neurhede darf einen in dem Rheder Ortsteil umstrittenen Freilandlegehennenstall für knapp 15 000 Hühner bauen. Der Landkreis Emsland hat dem Landwirt eine entsprechende Baugenehmigung erteilt.
Gegner des Vorhabens behalten sich dennoch rechtliche Schritte vor und kündigen weiteren Widerstand an. Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) ruft alle Beteiligten zu Besonnenheit auf. Die Pläne des Landwirtes hatten im Frühjahr im Neurheder Ortsrat sowie im Rheder Gemeinderat für Wirbel gesorgt. Die betroffenen Anwohner befürchten Belastungen durch Gestank, Feinstaub und Lärm. „Wir sind nicht gegen den Stall, sondern gegen den Standort“, betont Wilhelm Lange auf Anfrage unserer Zeitung. Er sowie auch Bert Schmitz seien als direkte Nachbarn von dem an der Eichenstraße geplanten Stall mit zwei Futtermittelsilos und Kotlager unmittelbar betroffen. „Wir haben die Angelegenheit einem Anwalt übergeben“, sagt Schmitz. Für Mathias Braune, der sich im Frühjahr ebenfalls noch aktiv gegen den Standort gewehrt hatte, ist der Fall mit der Baugenehmigung hingegen erledigt. „Für mich ist damit das Ende der Wegstrecke erreicht. Wir leben in einer Demokratie“, sagt Braune. Nach Auffassung von Jochen Brinker, einer der unverändert aktiven Stall-Kritiker, hat der Landkreis im Genehmigungsverfahren allerdings „überhaupt keine Rücksicht auf soziale Dinge“ genommen. Überdies habe die Politik vor Ort als Vermittler „total versagt“, so Brinker. Nach seinen Worten sind rund 150 Leute, „im Grunde aber das ganze Dorf gegen den Stall mitten im Ort“. Der Widerstand sei keineswegs vorbei. Landkreis-Sprecherin Anja Rohde erklärt, dass in dem Bauantrag des Landwirts alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. „Also müssen wir genehmigen“, sagt sie. Rohde verweist zudem darauf, dass sämtliche Einwendungen gegen das Projekt im Genehmigungsverfahren berücksichtigt und alle einzeln geprüft worden seien. Insgesamt habe es 25 Einwendungen gegeben, so Rohde. Bürgermeister Conens verweist darauf, dass sowohl der Neurheder Ortsrat als auch der Gemeinderat Rhede die Angelegenheit intensivst beraten hätte. Daraus hätte sich eine geforderte Stellungnahme der Kommune an den Landkreis ergeben. „Damit ist das sogenannte Einvernehmen hergestellt“, erklärt Conens. Der Bürgermeister weist darauf hin, dass die planungsrechtlichen Voraussetzungen inklusive einer gesicherten Erschließung gegeben seien. Überdies appelliert Conens an alle Beteiligten in Neurhede, aufeinander zuzugehen – „auch wenn die Situation für die Betroffenen sicherlich schwierig ist“. Der Landwirt ist nach eigenen Worten „beruhigt“, dass das Genehmigungsverfahren nun „durch“ ist. Für ihn ist der Bau des Stalles an dem geplanten Standort alternativlos, wenn er seinen Betrieb auf Dauer am Leben erhalten will. Alternativstandorte, die die Gemeindeverwaltung mit dem Landwirt ausgelotet habe, kamen für den Antragsteller nicht infrage. „Für ihn ist der geplante Standort der günstigste“, sagt Conens. Der Landwirt wünscht sich und hofft, dass sich die Wogen in der Nachbarschaft wieder glätten.

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