Montag, 23 April 2012 18:45

So baggert sich Rhede durch den Ems-Altarm

Einen fünfstelligen Betrag kostet Rhede jährlich der Betrieb des Schwimmbaggers. Einen fünfstelligen Betrag kostet Rhede jährlich der Betrieb des Schwimmbaggers. Foto: Privat
Rhede. Eigentlich hätte Rhedes Bürgermeister Gerhard Conens (parteilos) derzeit Grund zur Freude: Zum nationalen Befreiungstag der Niederländer ist der Verwaltungschef am 5. Mai zur Kranzniederlegung in die Partnergemeinde Bellingwedde eingeladen. Das ist eine besondere Auszeichnung. Zu Hause bereitet ihm allerdings der Ems-Altarm immer mehr Sorgen. Die Vertiefung der
Ems und die damit verbundene starke Fließgeschwindigkeit bringt immer mehr Schlamm in den Rheder Hafen. „Das wird für uns zunehmend zum Problem." Ein Schwimmbagger sorgt regelmäßig dafür, dass die Fahrrinne schiffbar bleibt. „Das kostet uns zwischenzeitlich pro Jahr einen fünfstelligen Betrag. Wir brauchen eine Lösung", so Conens gestern im Gespräch mit unserer Zeitung . Noch etwas lässt den Bürgermeister derzeit grübeln: die Zukunft der Rheder Ludgerusschule. In der Grund- und Oberschule werden derzeit nur noch 350 Schüler unterrichtet, sagt der Bürgermeister. „Das ist eigentlich schon jetzt deutlich zu wenig – und die Zahl geht immer weiter zurück", sagt Gerhard Conens. Der Schulstandort Rhede könne dauerhaft nur erhalten werden, wenn die beiden Schulen in Aschendorf und Rhede enger zusammenarbeiten. Zurzeit besuchen rund 270 Schülerinnen und Schüler die Aschendorfer Amandusschule. Ansonsten dürfte langfristig die Existenz beider Einrichtungen gefährdet sein, warnt Conens. „Wir brauchen unsere Schule." In der nächsten Woche wird der Verwaltungschef diese beiden Rheder Probleme aber für ein paar Stunden vergessen. Es ist schließlich ein Zeichen der Aussöhnung und der guten Nachbarschaft, am 5. Mai in der niederländischen Nachbargemeinde Bellingwedde einen Blumenschmuck zum Befreiungstag niederzulegen. Die Niederländer gedenken damit des Siegs über Nazi-Deutschland im Frühjahr 1945. Für Gerhard Conens ist diese Gedenkstunde in den Niederlanden ein besonderer Moment. Denn wenige Tage vor Kriegsende erlebt auch Rhede die wohl schlimmsten Stunden seiner Geschichte. Deutsche Volkssturmangehörige wollten den Vormarsch von kanadischen und polnischen Truppen über die Ems aufhalten. Rhede war ein ausgesprochen wichtiger Brückenkopf. Dieser sinnlose Widerstand bedeutete für den Ort fast die vollständige Vernichtung. Stundenlang beschossen die Alliierten daraufhin mit schweren Geschützen den Ort. „Hier lag fast alles in Schutt und Asche", weiß Conens auch aus den Erzählungen älterer Rheder Dorfbewohner. So baggert sich Rhede durch den Ems-Altarm

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