Donnerstag, 19 April 2012 06:38

Ortsrat Neurhede bejaht Hühnerstall

mgl Neurhede. Der geplante Bau eines Freilandlegehennenstalls stand im Mittelpunkt einer öffentlichen Sitzung des Ortsrates Neu-rhede. Die anderen Punkte auf der Themenliste gerieten darüber zur bloßen Nebensache. Der Ortsrat gab schließlich eine einstimmige Empfehlung an die Gemeinde Rhede, ihr Einvernehmen mit dem Bauvorhaben zu erklären. Die Suche nach alternativen Standorten soll jedoch weitergehen.
Wie sehr der geplante Stall die Bürger beschäftigt, war schon an ihrer regen Teilnahme zu erkennen: Etwa 60 Neurheder hatten sich im Jugendheim eingefunden. Stein des Anstoßes ist ein Freilandlegehennenstall für knapp 15000 Hühner, den ein Landwirt im Außenbereich errichten will (wir berichteten). Auf einer Fläche von etwa sechs Hektar sollen neben dem Stall auch Futtersilos und ein Kotlager entstehen. Viele Neurheder Einwohner fürchten den Gestank und einen Rückschlag für den Tourismus im Ort. Nach der Eröffnung der Ortsratssitzung machte Gerd Conens (parteilos), Bürgermeister von Rhede, deutlich, worüber die Gemeinde Rhede zu befinden habe: „Die Gemeinde hat die planungsrechtliche Beurteilung vorzunehmen und die Erschließung zu bewerten.“ Conens betonte, dass die Emissionen Sache des Landkreises seien. Vor der Abstimmung diskutierten die Ortsratsmitglieder ausgiebig das Für und Wider des Vorhabens. Heribert Zülow (CDU) warb um Zustimmung: Nach dem Wegfall von Subventionen im Kartoffelbau bleibe den Landwirten nichts anderes übrig, als in Viehhaltung zu investieren. Hans-Jürgen Pohl (SPD), der dem Ortsrat als beratendes Mitglied angehört, plädierte für einen alternativen Standort. Bürgermeister Conens teilte mit, dass die Suche nach anderen geeigneten Flächen mit der Niedersächsischen Landgesellschaft ergebnislos verlaufen sei. Auf den Hinweis von Pohl ergänzte der Ortsrat allerdings seinen Beschluss und fordert nun die Verwaltung auf, gemeinsam mit dem Landwirt nach alternativen Bauplätzen zu suchen. Schadenersatz droht Vor der Abstimmung erinnerte Conens an die rechtliche Situation der Gemeinde: „Wenn die Gemeinde ihr Einvernehmen rechtswidrig versagt, kann sie schadenersatzpflichtig werden.“ In planungsrechtlicher Hinsicht sei an dem Vorhaben nichts auszusetzen. Die Mitglieder des Ortsrates empfahlen der Gemeinde Rhede einstimmig, ihr Einvernehmen mit dem Bau gegenüber dem Landkreis zu erklären. Der Gemeinderat Rhede entscheidet am 22. März in einer Ratssitzung darüber. Die anschließende öffentliche Diskussion ließ erkennen, dass die Fronten nach wie vor verhärtet sind. Stallgegner Jochen Brinker zeigte sich pessimistisch im Hinblick auf die wirtschaftliche Perspektive des Landwirts: „In fünf Jahren ist der Hof kaputt, und der Stall steht immer noch da.“ Sorge um die touristische Entwicklung äußerte Claudia Brinker: „Die Touristen schätzen Neurhede wegen der Unberührtheit.“ Diesen „Schatz“ sehe sie gefährdet. Auch Mathias Braune, der einen Ferienhof in Neurhede betreibt, sorgt sich um seine wirtschaftliche Zukunft und seine drei Angestellten: „Wenn die Leute wegbleiben, dann schicke ich meine Leute zum Arbeitsamt.“ Mit Verweis auf die rechtliche Lage appellierten die Vertreter von Ortsrat und Gemeinde zum Schluss an die Bürger, ihre Bedenken und Anregungen schriftlich beim Landkreis einzureichen.

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