Freitag, 12 Oktober 2012 04:40

„Gutes Zeichen für ein gelebtes Europa“

Unter den Augen von Tadeusz Staszewski (Ratsvorsitzender), Gerd Husmann und Hermann Bröring (stehend von links) unterzeichneten Gerd Conens (links) und Artur Jankowski die Partnerschaftsvereinbarung. Foto: Gerd Schade Unter den Augen von Tadeusz Staszewski (Ratsvorsitzender), Gerd Husmann und Hermann Bröring (stehend von links) unterzeichneten Gerd Conens (links) und Artur Jankowski die Partnerschaftsvereinbarung. Foto: Gerd Schade
Rhede besiegelt Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Lidzbark Warminski Unterschriften und Stempelsiegel waren noch nicht ganz getrocknet, da drückte Artur Jankowski seinen Bürgermeisterkollegen Gerd Conens (parteilos) mit einer herzlichen Umarmung fest an sich.
Im Rheder Rathaus haben die Einheitsgemeinde sowie die polnische Gemeinde Lidz-bark Warminski ihre Partnerschaft am Mittwochabend offiziell besiegelt. Der emsländische Ehrenlandrat Hermann Bröring lobte die Partnerschaftsvereinbarung als einen lebendigen Beitrag zur Völkerverständigung. Für Bröring schließt sich damit ein Kreis. Seit 2004 besteht nicht zuletzt auf seine Initiative hin zwischen den Landkreisen Emsland und Lidzbark Warminski im ehemaligen Ostpreußen eine offizielle Partnerschaft. Nach und nach schlossen einige emsländische Gemeinden auf dieser Basis ebenfalls Partnerschaften mit Kommunen in Lidzbark Warmin iski (siehe Infokasten). Die gleichnamige Landgemeinde Lidzbark Warminski war die letzte, die noch kein Pendant im Emsland hatte. „Aber jetzt ist die Partnerschaft zwischen dem Emsland und Lidz bark Warminski perfekt. Jetzt sind wir eine große Familie“, zeigte sich Bröring, gebürtiger Rheder, erfreut. Wie Conens berichtete, war es auch Bröring gewesen, der die Partnerschaftsidee an seine Heimatgemeinde herangetragen hatte. Die Partnerschaftsvereinbarung umfasst unter dem übergreifenden Bemühen um eine „möglichst vertiefte und eng geknüpfte Beziehung zwischen den Gemeinden“ unter anderem Kontakte in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Brauchtumspflege, Bildung, Sport, Tourismus und Verwaltung. Fest vereinbart wurde zudem der Austausch zwischen Schülern und Jugendlichen. „Die Chemie stimmt“, sagte Conens am Ende eines zweitägigen Besuches einer polnischen Delegation mit Vertretern aus Rat und Verwaltung in Rhede. Auf dem Programm standen unter anderem Stippvisiten in einem landwirtschaftlichen Betrieb, im Ems-Dollart-Zentrum sowie im Unternehmen Landtechnik Wittrock in Brual. „Eine Partnerschaft lebt von der persönlichen Begegnung“, betonte Conens. Artur Jankowski, Bürgermeister der Gemeinde Lidz bark Warminski, bedankte sich bei „meinem lieben Freund Gerd“ für den „wunderschönen Empfang“ in Rhede und bezeichnete die Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung als einen „rührenden Moment“. Hermann Bröring, Träger eines polnischen Ordens für besondere Verdienste um die Woiwodschaft Ermland-Masuren, zu der Lidzbark Warminski gehört, wurde von Jankowski als „ein wahrer Freund des Ermlandes“ tituliert. Der Bürgermeister lud die neuen Freunde aus Rhede ins Ermland ein. Dabei pries er die Vorzüge der malerischen Region so, „dass ihr auf den Geschmack kommt und möglichst schon morgen die Koffer packt“. Bröring fügte in diesem Zusammenhang hinzu, dass die polnische Gastfreundschaft unübertroffen sei. „Da können wir nicht mithalten“, meinte er. Der Bürgermeister von Rhedes niederländischer Partnergemeinde Bellingwedde zeigte sich davon überzeugt, dass man im gegenseitigen Austausch viel voneinander lernen könne. In mehr als 30 Jahren Partnerschaft zwischen Rhede und Bellingwedde sei es „immer gut gegangen“. Der stellvertretende Ratsvorsitzende und CDU-Kreistagsabgeordnete Gerd Husmann verwies im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg auf die besondere Verantwortung Deutschlands gegenüber den Niederlanden und Polen. Nach seiner Auffassung sind die Partnerschaften „ein gutes Zeichen für ein gelebtes Europa“. Bröring erinnerte in einem kurzen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der Partnerschaft zwischen den Landkreisen daran, dass er sich im Dialog mit dem heutigen Marschall der Woiwodschaft Ermland-Masuren, Jacek Protas, seinerzeit schnell einig gewesen sei, dass die alleinige Kontaktpflege mit der deutschen Minderheit in der ehemaligen Region Ostpreußens keine gute Grundlage gewesen wäre. Inzwischen wären sich im Zuge der Partnerschaft mehr als 1000 Schüler und Jugendliche aus beiden Landkreisen begegnet. „Das ist gelebtes Europa. Das ist Völkerverständigung und die beste Arznei, dass wir in Europa auch in Zukunft friedlich miteinander umgehen“, betonte Bröring.

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